1994-1999
SEIT 1993 FRANKFURTER FORUM FÜR ALTENPFLEGE

Die über die erfolgreiche Imagekampagne gewonnenen Erfahrungen und die Kontakte zur Presse wollte man sich weiter nutzbar machen. Daher beschlossen der Sprecherkreis und die Leitenden des Heimleitertreffens den Aufbau eines Netzwerk- und Pressebüros, um den Sprecherkreis in seiner Arbeit zu unterstützen und eine dauerhafte Berichterstattung aus den Heimen über deren Aktivitäten zu garantieren.
 
Das Büro nahm 1994 offiziell seine Arbeit auf und erhielt seitens der Stadt Frankfurt eine Zusage für die Finanzierung, die von den Mitgliedsheimen des Forums sichergestellt wird. Die FFA-Mitgliedschaft ist freiwillig.
 
Einführung von Heimbroschüre und FFA intern Pressedienst
Mit Einführung der Pflegeversicherung waren die Frankfurter Pflegeheime so aufgestellt, dass sie Vor- und Nachteile des neuen Gesetzes öffentlich kommunizieren konnten. 1995 brachte das Forum die erste Heimbroschüre heraus, die 1996 neu aufgelegt und um die Beschreibung der Pflegeversicherungsleistungen ergänzt wurde. Sie informierte die Bürger Frankfurts über die Neuorientierung des Gesetzes und bot einen Überblick über das Leistungsspektrum der Frankfurter Heime. Zudem erschien der erste FFA Pressedienst, der seit dieser Zeit über Themen und Probleme aus Frankfurts Heimen berichtet. Heute handelt es sich um digitale Newsletter-Verbreitung.
 
Einführung von Fachgesprächen
Die Pflegeversicherung, die den betroffenen Menschen eine wesentlich finanzielle Erleichterung brachte, verschlechterte die finanzielle Lage in den Heimen. Denn die Betreuung des großen Anteils demenziell erkrankter Heimbewohner zählte nicht mehr explizit zum finanzierten Leistungsangebot der Heimpflege bundesweit. Das veranlasste den Sprecherkreises, diese Auswirkungen mit Pflegekassen, Heimgesetz und der Stadt Frankfurt zu diskutieren. Es wurden regelmäßig stattfindende Fachgespräche geführt.
 
Im Jahre 1997 beschlossen die Heimleitenden, die Heimleitertreffen selbst zu organisieren, gemäß ihrer Handlungsleitbegriffe:
Selbstbestimmung, Selbstorganisation, Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Authentizität.

Als im Jahre 1998 die ZDF-Dokumentation „Abgezockt und totgepflegt“ ausgestrahlt wurde, die über massive Missstände in der Heimpflege berichtete, ernannte der Sprecherkreis eine kleine Arbeitsgruppe, bestehend aus zwei Heimleiterinnen und der Leiterin der Netzwerkstelle.
Die Arbeitsgruppe gab sich den provokativen Namen:
„Die Würde des Alters ist antastbar“ Sie erweiterte sich später um zwei Personen und arbeitete ein PR-Kampagnenkonzept aus, das in der Umsetzung dazu führte, dass die Stadtverordnetenversammlung im Jahr 1999 das Frankfurter Sofortprogramm für eine bessere psychosoziale Betreuung von Heimbewohnern und ambulant betreuten Menschen beschloss.
 
Der Sozialausschuss der Stadt Frankfurter am Main setzt sich seit 1999 maßgebend dafür ein, dass das Frankfurter Programm für eine bessere psychosoziale Betreuung in Altenpflegeheimen auf den Weg kam.