Betreuungsstelle  Betreuungsgericht – Vollmacht –
Betreuungsgesetz  Betreuungsvereine

Betreuungsstelle:
Die Betreuungsstelle ist in Frankfurt am Main beim Jugend-und Sozialamt der Stadt Frankfurt angesiedelt. Sie unterstützt unter anderem das Betreuungsgericht, wenn dort in einem Betreuungsverfahren zu entscheiden ist, ob für einen Erwachsenen ein rechtlicher Betreuer zu bestellen ist, der dann die rechtlichen Angelegenheiten im Rahmen des vom Gericht festgelegten Aufgabenkreises für ihn regelt.

Leider kann es jedem passieren, einmal nicht mehr voll handlungsfähig zu sein.  Zum Beispiel im Rahmen einer Demenz. Aber auch psychische Krankheiten, Altersfolgen, Körperbehinderungen oder Unfallfolgen können jeden und jede unerwartet treffen. In solchen Situationen kann von Angehörigen, aus dem sozialen Umfeld oder auch von sozialen Diensten beim Betreuungsgericht angeregt werden, einen rechtlichen Vertreter (Betreuer) einzusetzen. Denn wenn rechtsverbindliche Erklärungen oder Entscheidungen gefordert sind, können für einen Erwachsenen weder Ehepartner noch Lebenspartner oder die Kinder entscheiden. Angehörige können das nur in zwei Fällen: entweder aufgrund einer Vollmacht oder wenn sie gerichtlich bestellte Betreuer sind.
Was ein Betreuer dann zu erledigen hat, darüber informieren Betreuungsvereine, die Betreuungsstelle und auch das Betreuungsgericht.


Die Betreuungsstelle unterstützt das Gericht durch:

  • Sachverhaltsaufklärung zur sozialen Situation
  • Gewinnung und Benennung geeigneter rechtlicher Betreuer
  • Stellungnahmen
  • Unterstützung bei Verfahrenshandlungen


Die Betreuungsstelle hat noch weitere Aufgaben wie:

  • Persönliche Beratung von gesetzlichen Betreuern (z. B. über Möglichkeiten und Aufgaben einer gesetzlichen Betreuung, zu speziellen Problemstellungen bei Heimaufenthalt wie Ruhigstellung durch Medikamente oder Fixierungen, Taschengeld oder zu Fragen der Zustimmung zur Heilbehandlung usw.).
  • Beratung von Bevollmächtigten
  • Werbung und Fortbildung von Betreuern
  • Öffentlichkeitsarbeit zum Betreuungsrecht
  • Beratung im Vorfeld einer Betreuung (z. B. zu den Fragen, wann eine rechtliche Betreuung sinnvoll ist oder wie ein Betreuungsverfahren aussieht)
  • Information zu Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen
  • Förderung und Unterstützung der Frankfurter Betreuungsvereine

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Betreuungsgericht:
Das Betreuungsgericht (früher Vormundschaftsgericht) – angesiedelt beim Amtsgericht –entscheidet über die Einrichtung, den Umfang und die Aufhebung einer Betreuung sowie über die Auswahl und Bestellung eines Betreuers. Es berät und beaufsichtigt Betreuer. Es entscheiden Richter oder Rechtspfleger.


Vollmacht:
Was passiert, wenn man das eigene Leben nicht mehr ganz selbstständig meistern kann?
Wie sollte diese Situation vorausschauend geregelt sein, um für diesen Fall vorzusorgen?

Solche Überlegungen sind für alle Erwachsenen sinnvoll. Denn der Fall von Pflegebedürftigkeit oder Handlungsunfähigkeit kann jederzeit eintreten – etwa durch einen Unfall oder Schlaganfall.
Viele Menschen im fortgeschrittenen Alter meinen, dass sich ihre Kinder um sie kümmern und auch für sie entscheiden könnten.
Verwandte können jedoch ohne Vollmacht nichts entscheiden und ihnen sind die Hände gebunden.

Durch private Vorsorge – nämlich durch eine Vollmacht - besteht die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche Person des Vertrauens welche genau formulierten Interessen und Rechte des Betreffenden wahrnehmen soll. Verfügt der Vollmachtgeber über Liegenschaften, so ist eine notarielle Vollmacht erforderlich, um etwa eine Liegenschaft zu veräußern.  Auch eine private Vollmacht kann aber nur ausgestellt werden, wenn der Vollmachtgeber selbst voll geschäftsfähig ist und dies auf die Person seines Vertrauens ebenfalls zutrifft.
Häufig wird eine Beglaubigung der Unterschrift unter eine Vollmacht verlangt. Sofern die Vollmacht keine Grundstücksgeschäfte umfasst, kann jede „siegelführende Behörde“ beglaubigen, das sind u.a. die Ortspolizei, der Pfarrer oder – in Hessen – auch das Ortsgericht. In Frankfurt kann auch die Betreuungsstelle Unterschriften auf Vollmachten beglaubigen. Das Land Hessen hat hierfür eine Gebühr vorgeschrieben.

Wer keine Vertrauensperson hat, kann durch eine Betreuungsverfügung vorsorgen. In einer Betreuungsverfügung kann der Verfügende Wünsche für den Betreuungsfall äußern und auch Personen nennen oder ausschließen, die für ihn zum Betreuer bestellt werden sollen. Diese Wünsche sind für das Betreuungsgericht und den vom Gericht bestellten Betreuer grundsätzlich verbindlich.

Rechtzeitig abgefasste Vollmachten und Betreuungsverfügungen stellen eine wichtige Hilfe dar, sodass im Fall der Fälle die Dinge so geregelt werden können, wie es der Betreffende selbst verfügt hat.

Es ist für viele Menschen unangenehm sich vorstellen, wie es ist, sich nicht mehr äußern zu können, wenn man noch in der Lage ist, wahrzunehmen und Schmerzen zu empfinden. Mithilfe einer Vollmacht und/oder einer Betreuungsverfügung können in guten Tagen Aussagen dazu verfasst werden, wie Pflege und rechtliche Betreuung gestaltet sein sollten.

Informationen darüber, wie Vollmachten und Betreuungsverfügungen abzufassen sind, damit sie die gewünschten Konsequenzen haben, sind erhältlich bei der Betreuungsstelle oder bei den Betreuungsvereinen. Dort sind in der Regel auch die vom Bundesministerium der Justiz oder die gemeinsam vom Hessischen Justiz- und Sozialministerium herausgegeben Broschüren zum Betreuungsrecht mit ausführlichen Informationen und Musterformularen zur Vollmacht vorhanden. Einige Betreuungsvereine unterstützen auch bei der Abfassung einer Vorsorgevollmacht. Es kann auch sinnvoll sein, sich bei der Abfassung einer Vorsorgevollmacht anwaltlich oder notariell beraten zu lassen.

Betreuungsgesetz:
Die Alternative zur privaten Vorsorge durch Vollmacht ist der Weg über die gesetzliche Betreuung. Im Unterschied zum Bevollmächtigten wird der rechtliche Betreuer vom Gericht kontrolliert.
Wenn ein Volljähriger aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr besorgen kann, so kann das Betreuungsgericht für ihn einen Betreuer bestellen, der die rechtlichen Angelegenheiten des Betroffenen im Rahmen der vom Gericht bestellten Aufgabenkreise regelt.

Eine (rechtliche) Betreuung im Sinne des Betreuungsgesetzes ist nicht erforderlich, wenn die Angelegenheiten des Betroffenen durch einen Bevollmächtigten oder durch andere Hilfen zum Beispiel der Familie, Nachbarschaft, Freunde oder andere ebenso gut wie durch einen rechtlichen Betreuer besorgt werden können.

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Betreuungsvereine:
Die Frankfurter Betreuungsvereine haben die Aufgaben:

  • Gewinnung, Unterstützung, Beratung und Fortbildung von ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern
  • Führen von Betreuungen
  • Informationen und Beratung zu Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen
  • Beratung von Bevollmächtigten


Betreuungsstelle der Stadt Frankfurt am Main
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main

Telefon: 069 / 212- 49 96 6 Betreuungsstelle-Hotline
Telefon: 069 / 212- 37056 Geschäftsstelle
Telefon: 069 / 212- 35427 Geschäftsstelle
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



Betreuungsvereine

Betreuungsverein
Frankfurt UBF
Tel. 069/ 79 20 76 60
Arbeiterwohlfahrt
Kreisverband Ffm e.V.
- Betreuungsverein
Tel. 069/ 31 87 77

Evangelischer Verein
für Jugend- und
Erwachsenenhilfe e.V.
Tel. 069/ 29 92 55-152

Bürgerinstitut e.V.
Gesetzliche Betreuungen
Tel. 069/ 297 23 56-11

Verein für Selbstbestimmung u.
Betreuung im VdK Hessen e.V.
Tel.  069/ 4 36 51 13

Internationales
Familienzentrum e.V.
Gesetzliche Betreuung
Tel. 069/ 7137789-115

Parität. Betreuungsverein
Frankfurt e.V.
Tel. 069/ 95 52 62 51

 

Gerichte / Betreuungssachen:

Amtsgericht Frankfurt
Mitte  Abt. 41-49
Gerichtstr. 2
60313 Frankfurt
Tel. 069/ 1367 - 01
    Amtsgericht Frankfurt
Abt. Höchst
Zuckschwerdtstr. 58
65929 Frankfurt
Tel. 069/ 1367 -3217 /-3218

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