Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

dem „Frankfurter Programm Würde im Alter“, das die Stadtverordnetenversammlung im Jahre 2000 zunächst als Sofortprogramm beschlossen hatte, verdankt die stationäre Altenpflege in Frankfurt zusätzliche Betreuungsangebote und mehr Personal. Dass dies geschah, geht auf die Initiative der Leiterinnen und Leiter in den Frankfurter Altenpflegeheimen zurück, die im Frankfurter Forum für Altenpflege (FFA) in einem Netzwerk zusammenarbeiten. Sie überzeugten die Kommunalpolitik in den 90er Jahren, mehr für die psychosoziale Betreuung von pflegebedürftigen Frankfurterinnen und Frankfurtern zu tun. Das Programm und seine Finanzierung traten 2001 in Kraft.

Nachhaltige Umsetzung
Ziel dieses Programms für Heime war und ist es, dass das Heimpersonal altersbedingte Schwierigkeiten lebensgeschichtlich sowie gesundheitlich besonders belasteter Personen erkennt und dafür sorgt, dass diese Probleme gemildert oder überwunden werden. Damit nehmen Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch Angehörige und ehrenamtlich Tätige verstärkt am gemeinschaftlichen Leben in den Einrichtungen teil. Wichtig ist, die im Heim Tätigen für die Bedürfnisse der dort lebenden Menschen zu sensibilisieren. Das Programm trägt mit den einrichtungsübergreifenden Projekten:
-     Ethikberatung,
-     Privatheit im Altenpflegeheim,
-     Angehörigenarbeit und Arbeit mit ehrenamtlich tätigen Menschen sowie
-     Sterbebegleitung
dazu bei, die Würde der in Heimen lebenden Menschen bewusster zu achten.  

„Würde im Alter mit Heimvorteil“
Diesen Titel trägt die Altenpflegeheimbroschüre von 2010, in der sich die Heime im FFA mit ihren individuellen Angebotsprofilen darstellen.  Diese Profile befinden sich auch auf dieser Homepage und sind in der Rubrik Pflegeheime dargestellt.

Tradition der selbstbestimmten Zusammenarbeit der Leitenden von Pflegeheimen
1995 kam die erste Heim-Broschüre des FFA heraus, die die Häuser anhand der Lage in den Stadtteilen präsentierte. Seitdem hat sich in den Altenpflegeheimen viel verändert. Die langen Flure und der krankenhausähnliche Charakter werden allmählich von einer Architektur abgelöst, die das Bedürfnis der Bewohner nach einer häuslichen, wohnlichen Atmosphäre ernst nimmt und umsetzt.

Kommunikative Wohnformen
Heute geht die Tendenz hin zu kommunikativen Wohnformen: Zimmer gruppieren sich um großzügig angelegte Gemeinschaftsräume, in denen betreuendes Personal den Bewohnern hilft, den Tag strukturiert zu leben. Auf eine offene, herzliche und respektvolle Aufnahme sind besonders die Personen angewiesen, die ihre Bedürfnisse und Wünsche nicht mehr artikulieren können. Trotz dieser Einschränkung gilt auch hier der Grundsatz der Subsidiarität: Hilfe so viel wie nötig, Selbstbestimmung so viel wie möglich.

Frankfurt widmet sich mit Rat und Tat dem demografischen Wandel
Der amerikanische Mediziner und Neurologe Peter J. Whitehouse formulierte den Gedanken, dass erst der würdevolle Umgang mit unseren alten Menschen ein Garant ist für das gelungene Zusammenleben aller Generationen. Eine Aufgabe, der sich heute in Frankfurt schon viele ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger auf unspektakuläre Weise widmen. Auch Unternehmen bringen sich ein.

Dem Artikel 1 Grundgesetz auf kommunaler Ebene Rechnung tragen
Die Leiterinnen und Leiter der Altenpflegeheime haben sich in den 90er Jahren gemeinsam für eine bessere psychosoziale Betreuung öffentlich eingesetzt, um dem Artikel 1 der Verfassung „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ mehr Geltung zu verschaffen. Sie treffen sich regelmäßig zu offenen Gesprächen und engagieren sich auf kommunaler Ebene für die in den Heimen lebenden und arbeitenden Menschen. Denn Heimbewohner werden nicht nur gepflegt und versorgt, vielmehr sind Heime Orte des privaten Lebens.