Pressemitteilung vom 09.09.2019-Aktuelles-

Gute Nachbarschaften stiften Zusammengehörigkeit und Zukunftsfähigkeit
 
  
Sozialdezernentin Daniela BirkenfeldBild: Sozialdezernentin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld diskutierte im Plenum mit den Referenten

In der Mainmetropole starteten am 19.08.2019 die Aktionswochen „Älter werden in Frankfurt“ unter dem Motto „In Gemeinschaft leben“. Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld begrüßte zur Auftaktveranstaltung im Jugend- und Sozialamt Frankfurt rund 80 interessierte Gäste ganz unterschiedlicher Jahrgänge, warb für gute Nachbarschaften in den Stadtteilen und diskutierte mit.

„Wie gelingen in einer Großstadt wie Frankfurt Nachbarschaften und was zeichnet gute Nachbarn aus?“, fragte Birkenfeld. Die Erfahrung zeige leider, dass sich neue Nachbarn heute gar nicht mehr den anderen vorstellten. Und allein lebende Personen hätten andere Bedürfnisse, als die in der Nachbarwohnung lebende Familie. Klar sei, dass ältere Menschen völlig andere Wohnanforderungen haben als jüngere. Und weil wir in einer älter werdenden Gesellschaft leben, sei hier neu zu denken und zu handeln.  


Quartiersgestaltung erzeugt Lebensräume fürs zivilgesellschaftliches Mit- und Füreinander

Ursula Krämer-Preiß vom Kuratorium Deutsche Altershilfe, Köln, stellte ein Gesamtkonzept für Wohnquartiere vor, die Angebote für alle Lebensalter umfassen. Für Senioren seien insbesondere altersgerechte Hilfen und Angebote zu entwickeln, wofür sich auch Mitarbeiter der Kommune qualifizieren können. Ziel ist, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger für ihr jeweiliges Wohnquartier stark machten. Alte Menschen haben heute eine hohe Lebenserwartung. Von den Personen hierzulande, die Pflegebedarf haben, würden gut 45 Prozent im häuslichen Umfeld betreut. Daher sind Quartiersentwicklungen darauf auszurichten, den pflegenden Angehörigen niederschwellige, individuell ausgerichtete Angebote zu machen. Das geht bis da hin, Wege aus einer eingefahrenen Pflegesituation zu bahnen. Das heißt, Nachbarn, Freunde und Bekannte stehen den pflegenden Angehörigen entlastend bei. Ebenso sei eine möglichst nahe Versorgung seitens Ärzten, Pflegediensten, Apotheken wichtig. Beständige „Kümmerer“ sind gefragt, die dafür sorgten, dass sich Leute des Quartiers regelmäßig treffen, um das Zusammenleben gemeinsam zu gestalten. Ohne diese Treiber gehe es nicht, sagte die Referentin. 


Altersgerechten Wohnraum sinnvoll gestalten
 

Die Älteren – und nicht nur diese – brauchten für ihren Aktionsradius barrierefrei gestaltete Wohnungen, Fußwege und Straßenübergänge sowie gut erreichbare nahe Einkaufsmöglichkeiten. Auch Eltern mit Kinderwagen kommt das entgegen. Schon während einer Quartierentwicklung sei daran zu denken, dass z. B. Wohnungen für Single- und Gemeinschaftswohnen sowie Mehrgenerationenhaushalte einbezogen werden. Dadurch kommen ganz verschiedene Generationen in unmittelbaren Kontakt.

Um künftig die Versorgung in der häuslichen Pflege zu unterstützen, könne ein „rollendes Lebensmittelmobil“ eingesetzt werden, das regelmäßig bestimmte Stellen anfährt. Dass Quartiersgemeinschaft gelingt, sollten sich die Menschen auch von sich aus organisieren. Vice versa könne Personal in „Beratungsmobilen“ von außen dahingehend unterstützen, über Wohnungssicherung zu informieren oder pflegerische Fragen zu beantworten. Derartig funktionierende Quartiersentwicklungen brauchten fünf Jahre Umsetzungs- und Förderzeit, präzisierte Krämer-Preiß. 


Die expandierende Stadt Frankfurt kann durch kommunale Förderung Ideen ausprobieren

Die Stadt finanziert seit Jahren das freiwillige „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“. Es befähigt die Akteure, Neues ausprobieren. Horst Schulmeyer vom Jugend- und Sozialamt erklärte, dass aktive Leute im Quartier darauf bauen könnten, mit ihren Anliegen unterstützt zu werden. Beispielhaft sind dafür die großen Schachbretter mit Großfiguren unter freiem Himmel, die Leute regelmäßig zusammenbringen und nicht nur die Schachbegeisterten. Die Zivilgesellschaft müsse sich aktiv einbringen, um sich soziale und kulturelle Teilhabe zu erschließen. Die Quartiersarbeit erfasse z. B. Veränderungswünsche der Nachbarschaft und arbeite u. a. mit den Verbänden der Wohlfahrtspflege zusammen. In 15 Stadtteilen Frankfurts seien 15 Quartiermanager aktiv. Sie sind Ansprechpartner im Quartier und organisierten unter anderem auch Kleidertauschbörsen.


Im Quartier zur lebendigen Nachbarschaft finden – Man kennt sich dank Bank

Wie Lebensräume gemeinsam gestaltet werden können, darüber informierte Petra Richter vom Projekt „ALIVE“ – Deutsches Rotes Kreuz. „Gute Nachbarschaft bedeutet, füreinander da zu sein. Wir passen aufeinander auf, üben Achtsamkeit.“ Es mache glücklich, miteinander in Kontakt und Beziehung zu sein. Altern sei in Gemeinsamkeit zu verantworten. Um Kontakte zu knüpfen, schlug sie vor, in Supermärkten neutrale Sitzgelegenheiten anzubieten, sodass die Menschen nach dem Einkauf ins Gespräch kommen, um sich kennen zu lernen. Unter dem Motto „Nachbar ist machbar“ wünschte sich die Referentin, dass die Menschen viele mehr Mut entwickeln, um aufeinander zuzugehen und mehr Vertrauen zueinander zu fassen.


Gemeinschaftliches Wohnen umsetzen und die Gemeinschaft trägt mit

Beate Steinbach vom Amt für Wohnungswesen erläuterte, dass gemeinschaftliches Wohnen ein Gemeinschaftsprojekt vieler Leute ist, die zusammenleben wollen. Sie werden daher vor Baubeginn mit in die Planungen einbezogen. Das bewirkt: „Die Menschen kommen miteinander ins Gespräch, werden dadurch kreativ und entwickeln Vorstellungen, wie sie leben wollen.“ Schon vor Einzug ins Haus kennt sich die neue Bewohnergemeinschaft. Beispielhaft dafür sei die Bebauung „Im Hilgenfeld“, ein Straßenzug in Frankfurts Stadtteil Enkheim, wo Flächen für gemeinschaftliches Wohnen zur Verfügung stehen. Dort werde bei der gemeinsamen Planung des Wohnprojektes die Mitbestimmung auf alle Schultern der Beteiligten verteilt. Ziel der Planung ist, die gemeinsame Verortung der neuen Bewohner im Quartier zu erreichen und darüber hinaus das Zusammenleben im öffentlichen Raum zu stärken.


Wie das Digitale die Nachbarschaft aktiviert

Da sich ältere Menschen oft nicht mit digitalen Geräten auskennen, brauchen sie Unterstützung, die ihnen gar aus der Nachbarschaft zuwächst, um etwa das Smartphon wieder in Gang zu bringen. Melanie Häußler, von der Fachstelle für Wohnberatung der AWO – Bezirksverband Hessen Nord – erklärte, dass sich das Digitale seit zehn Jahren in allen Bereichen rasant durchgesetzt habe. Bezogen auf Seniorenwohnungen sei es sinnvoll, z. B. Fußbodensensoren einzubauen, die einen Sturz des Bewohners an eine Servicestelle weiterleiten, die Hilfe veranlasst. Ein weiters Beispiel sei der digitale Tablettenspender, der Signale aussendet, wenn das Medikament zu einer bestimmten Tageszeit einzunehmen ist. Und Hausnotrufsysteme seien digital mit der Notfallversorgung verbunden, um für Hilfe zu sorgen. Warum derartige Angebote noch zu wenig von Älteren genutzt werden, führte die Referentin auch darauf zurück, dass es zu wenige Ansprechpartner für Informationen gebe oder auch, weil das Beratungsangebot gar nicht besteht. Sie regte an, dass im Quartier die technisch-digitalen Möglichkeiten besser zugänglich gemacht werden und sich auch die Nachbarschaft dafür gewinnen lässt. 


Text: Beate Glinski-Krause M. A.

 
 
Pressemitteilung vom 02.10.2019-Aktuelles-

Gesundheitssystem dank digitaler Innovationen bezahlbar halten
 
  
Kay Klose IHK VortragBild: Kay Klose, Hessens Minister für Soziales und Integration in der IHK Frankfurt

Im Gebäude der IHK Frankfurt fand am 28. August der eHealth-Kongress 2019 statt, mit dem ein Teilnahmerekord verzeichnet wurde. Nahezu 500 Anmeldungen gingen ein. Die Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e.V., IHK Hessen, das Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sowie die Techniker Krankenkasse richteten das Event mit rund 40 Fachvorträgen in acht Fachforen und einer Messe aus. Auch Start-up-Unternehmen der Digitalwirtschaft präsentierten dort ihre Erzeugnisse. Sie zeigten an Beispielen, wie Künstliche Intelligenz genutzt wird und wo Robotik zum Einsatz kommen kann.

IHK-Vizepräsident Michael Groß nannte Zahlen: Die Gesundheitswirtschaft sei eine Kernbranche Hessens, denn 446.000 Beschäftigte erwirtschafteten hier 26 Mrd. Euro und das trage mit 11 Prozent zur Bruttowertschöpfung Hessens bei. Ohne Digitalisierung sei das Gesundheitssystem künftig nicht mehr bezahlbar. Sie sei zudem von ihrer Bedeutung her der Industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts vergleichbar. Fragen zu Datenschutz und Datensicherheit seien in diesem Bereich noch nicht hinreichend geklärt. Dieser Themenvielfalt widmete sich die anschließende Diskussionsrunde, an der Schirmherr Kay Klose, Hessens Minister für Soziales und Integration, teilnahm. Er bemängelte, dass die Digitalisierung im hiesigen Gesundheitssystem noch zu wenig durchgedrungen sei und sie habe noch nicht vollständig den Sprung in die Regelversorgung geschafft. Zugleich forderte er eine Reform für die Gesundheitsberufe, um ihnen die digitalen Möglichkeiten nutzbringend zu erschließen.  


Überzeugungsarbeit für die Digitalisierung leisten

Angedacht sei, gemäß der Verlautbarung der Kongressveranstalter, durch digitale Vernetzung qualitativ hochwertige, effiziente und kostengünstige Behandlungsprozesse zu ermöglichen. Doch der hoch regulierte Gesundheitsmarkt – Kliniken, Tageskliniken und Arztpraxen – sei der agilen Arbeitsweise der Start-up-Unternehmen noch nicht zugewandt. Auch aus diesem Grund zeigten diese Anbieter ihre Produkte im IHK-Gebäude, um Brücken zu bauen und Verständnis für die digitale Zukunft zu wecken. Zudem hatten die Tagungsgäste an diesem Tag die Wahl unter acht Informationsforen – wie z.B. Forum „Sicherheit und Datenschutz“ – in denen je bis zu fünf Vorträge geboten wurden.


Erfahrungen mit Pepper in der Tagespflege

Im Forum 5 ging es um „Digitalisierung in der Pflege“. Hier präsentierten Praktiker aus Medizin, Pflege und Ingenieurwissenschaften ihre Erkenntnisstände und berichten, welche Erfahrungen sie in Pflegeheimen, in der Tagespflege und in der ambulanten Pflege gemacht haben.

Unter anderem wurde der sprechende Roboter Pepper von Gerhard Schumacher vorgestellt. Dieser ist erster Vorsitzender der Caritas Sozialstation St. Johannes e.V. Würzburg und berichtete über Erfahrungen in der Tagespflegeeinrichtung „Ursula Wiegand “ in Erlenbach am Main. Dort sei Pepper beliebt und treffe auf Menschen, die zwischen 1925 und 1945 geboren und zu 80 Prozent weiblich seien. Der sprachflexible Pepper habe auch die türkische Sprache im Repertoire und ist somit sprachspezifisch einsetzbar. Zudem könne er vielfältig programmiert werden was Dokumentations-, Beschäftigungs- und Assistenzfunktionen betrifft. Doch was noch fehle, das sei die juristische Abklärung der Rechtssicherheit dieses Gerätes.


Mehr Pflegezeit durch Digitalisierung der Pflegedokumentation?

Heiko Manila von der NursIT GmbH in Berlin stellte zunächst ein digitales Dokumentationssystem vor. Er rechnete vor, dass etwa 36 Prozent der täglichen Pflegearbeit in stationären Einrichtungen für Dokumentation aufgewandt werde. Er plädierte daher für eine Automatisierung der Dokumentation mittels Künstlicher Intelligenz, um mehr Zeit in der Pflege zu erzielen. Er empfahl, die Formblätter der Dokumentation in eine digitale Struktur mit Zeitmessung zu überführen. Auch Pflegediagnosen und Pflegeanamnese ließen sich digital erfassen sowie auch Pflege-, Überleitungs- und Entlassungsmanagement. Bei allen Schritten lerne das System beständig mit. Eigentlich sei Digitalisierung ein umfassender Organisationsprozess, nicht nur ein zeitsparendes Instrument.


Wie die Anwendung eines ergänzenden Online-Therapieprogramms funktioniert

Das Forum 1 ging auf das Thema digital gestützte Therapien bei psychischen Erkrankungen ein. Fünf Beispiele wurden vorgestellt u. a. folgendes. Der Psychotherapeut Otto Willich, der an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Wilhelmshaven arbeitet, stelle ein Online-Therapieprogramm vor. Es biete zusätzliche Unterstützung während einer laufenden psychotherapeutischen Gesprächtherapie in der Tagesklinik und könne sehr individuell auf die Klienten hin ausgerichtet werden. Sie erhielten damit eine zusätzliche Stütze, um sich selbst zu motivieren, etwa um aktiv wieder eigenen Hobbies – etwa in der Kunst oder Musik -nachzugehen oder einfach um deutlicher wahrzunehmen, wie sich ihre Lage verändert hat.

Das Digitale biete hiermit eine Möglichkeit, dass sich gar eine Hemmschwelle erniedrige, die den Betroffenen Mut mache, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Die Verhaltenstherapie dank Onlinemöglichkeiten zu ergänzen, wertete der Referent als hilfreich und sinnvoll.

In der Abschlussdiskussion kam es zuweilen auch zu kontroversen Stellungnahmen zwischen Therapie erfahrenen Fachleuten und Anbietern Therapie unterstützender digitaler Programme. Geäußert wurde, dass Tätigkeiten des psychotherapeutischen Bereichs von nicht qualifizierten Personen im Onlinebereich zu stark tangiert werden könnten. 


Text: Beate Glinski-Krause M. A.

 
 
Pressemitteilung vom 02.10.2019-Aktuelles-

Sankt Katharinen- und Weißfrauenstifts feierte Richtfest
 
  
Richtfest KranzBild: Redner Alexander Brill während der Richtfestrede

Am 26.09.2019 feierte das St. Katharinen- und Weißfrauenstift Richtfest der neuen Seniorenwohnanlage in der Schwarzburgstraße 12 im Nordend Frankfurts. Die Anlage mit acht Geschossen bietet 31 barrierefreie Neubauwohnungen – jede rund 40 qm groß – für Frankfurterinnen ab 60 Jahren mit geringem Einkommen. Somit wird für diese Frauen bezahlbarer Wohnraum in einer eher hoch preisigen Umgebung möglich. Die Stiftung, die auf eine 775-jährige Geschichte zurückblicken kann, betreibt darüber hinaus sechs weitere Einrichtungen dieser Art und ein Pflegeheim in Frankfurt Niederrad.

Bevor man mit dem Neubau starten konnte, habe der 60er-Jahre-Vorgängerbau der Stiftung beseitigt werden müssen, erläuterte Stiftungsdirektorin Ursula Poletti in ihrer Dankesrede vor rund 70 Bauleuten und Gästen. Mit dem neuen Stahl-Beton-Rohbau sei nun eine wichtige Etappe erreicht. Sie sei froh, dass der Bau unfallfrei von statten ging und schon so weit sicher ist, um zwei Etagen zu besichtigen. Das Konzept des Hauses sieht nachbarschaftliches Wohnen vor. Das bedeute, dass die Bewohnerinnen sich künftig im Gemeinschaftsraum austauschen und Ideen entwickeln können. Das Konzept des nachbarschaftlichen Wohnens geht auf die Idee von Birgit Speicher-Kiefer zurück, die ebenfalls der Geschäftsleitung der Stiftung angehört.  


Richtfestbrauch: Scherben bringen Glück und Segen

Anschließend fand die eigentliche Zeremonie des Richt-Spruchs statt, den Alexander Brill stellvertretend für die Bauleute und alle Richtfestgäste vortrug. „Der Bau ist wohl gelungen. Ich will euch Leute loben, das Glas erheben; den Planern und allen, die den Bau mit dem Kopf erarbeitet, den tüchtigen Handwerksleut´, um sie zu ehren, weil sie die Wichtigsten am Bau gewesen.“ Danach nahm der Redner das leer getrunkene Weinglas und warf es gegen das Gebäude, wo es Glück verheißend zersprang und der Richtkranz nun mit seinen bunten Bändern gut sichtbar für den Stadtteil auf das Ereignis hinweist.


Zeitgemäße Architektur für aktives Leben im Alter

Peter Kuhl, einer der zuständigen Architekten, zeigte sich erfreut über das barrierefreie und rollstuhlgerecht Haus. Ferner führte er aus: „Zu jeder einzelnen Wohnung gehört ein Balkon und im Erdgeschoss befinden sich Gemeinschaftsräume.“ Eine Besonderheit sei, dass es für Fahrräder alsbald nicht nur ausreichend Abstellplätze vorm Haus gebe, sondern für E-Bikes eine Ladestation eingerichtet werde, um mit weniger Anstrengung mitten in der Stadt unterwegs sein zu können. Man habe darüber hinaus beim Bau verstärkt ökologische Aspekte berücksichtig, eingeplant und umgesetzt.

Laura Schneider, Bereich Projektsteuerung, zeigte den Gästen die freigegebenen Etagen. Jede Wohnetage biete vier Wohnungen in Süd-Nord-Lage. Jede Wohneinheit verfüge über einen kleinen Flur, ein Bad mit Dusche, eine Küche mit wohnlicher Essecke und ein Schlafzimmer sowie eigene Verbrauchszähler. Fürs Wäschewaschen und -trocknen werden Mehrzweckräume vorgehalten, die für alle Bewohnerinnen zugänglich sind. Die Dachgeschossetage ist das einzige Stockwerk, wo sich nur zwei Wohnungen befinden. Und neben dem Treppenhaus gibt es zwei Aufzüge, mit denen alle Etagen erreichbar sind.


Tradition und Ziele der Stiftung

Stiftsdirektorin Poletti führte aus, dass man im neuen Haus den Stiftsfrauen – so heißen die Bewohnerinnen aller Stiftungswohnungen – auf Wunsch auch Betreutes Wohnen bereitstellen könne. Für Anträge auf ein Hausnotruf-System oder Beratung und Vermittlung weiterer Dienste werde gesorgt. Was leistet die älteste, aktive Frankfurter Stiftung? Sie zahlt aktuell rund 1400 Stiftsfrauen Jahresrenten, um diesen ein lebenswertes Leben im Alter zu ermöglichen. Seit 60 Jahren ist bezahlbares barrierefreies Wohnen für Seniorinnen der Stiftungszweck. Insgesamt bestehen rund 240 Wohnungen in sieben Wohnanlagen und 57 Plätze im der stationären Pflegeeinrichtung am Goldbergweg in Niederrad.


Text: Beate Glinski-Krause M. A.

 
 
Pressemitteilung vom 02.10.2019-Aktuelles-

Was fördert die Würde alter Menschen?
 
  
Santa TeresaBild: Altenzentrum Santa Teresa Caritasverband e. V.

DIE WÜRDE IM ALTER WAHREN – Beiträge zu 70 Jahre Grundgesetz Artikel 1

„Würde besteht darin, Teil eines großen Ganzen zu sein, in einer Gemeinschaft zu leben und so akzeptiert zu werden, wie man ist“ – so sieht Angela Schwörer ihren Auftrag als Programmleiterin, wo sie sich seit über einem Jahrzehnt für pflegebedürftige alte Menschen engagiert. Sie arbeitet im Altenzentrum Santa Teresa des Caritasverbandes e.V. und beschreibt im folgenden Beitrag ihre Gedanken über Würde im Alter.

Aus der Sicht vieler Menschen, die hier in einer Einrichtung leben, ist es am besten, wenn sie zusammen sein können und einen gemeinsamen Tagesablauf haben, egal von welchen Erkrankungen und Handicaps sie betroffen sind. In der Fachsprache wird hier vom “integrativen Ansatz” gesprochen. Wichtig ist, dass Menschen mit Demenz oder anderen psychischen Erkrankungen nicht ausgegrenzt werden und sich im Alltag Begegnungen und Beziehungen ergeben können. Dabei kann es auch passieren, dass es zu Konflikten untereinander kommt. Professionelles Handeln bedeutet, die Situation zu schlichten und im aufmerksamen Hinhören und Sprechen eine Brücke zu Verständnis und Akzeptanz herzustellen; Wut und Zorn oder andere negativen Gefühle werden nicht unter den Teppich gekehrt. Ziel ist es im Dialog mit allen, die darin involviert sind, ein akzeptables Maß an Rücksicht und Respekt aufrechtzuerhalten. Dies fördert die Würde aller Beteiligten.

Das Recht auf Würde ist ein Menschenrecht, steht zu Anfang der Verfassung und ist ein schützenswertes Gut. Ich erlebe in meinem Pflegealltag, dass durch die vorgegebenen Zeitkorridore, in denen Pflegeleistungen und Behandlungspflege verrichtet werden müssen, ein würdevoller Umgang nur bedingt gelingen kann. Denn um bewusst so eine Haltung zu leben, muss man sich auf die Bedürfnisse der Menschen einlassen, ihre private Sphäre achten und darüber hinaus Geselligkeit, Beziehungen und Kontaktpflege ermöglichen.

Die so genannte Behandlungspflege wie z. B. Wundversorgung ist eigentlich eine Leistung der Krankenkassen (SGB V), wird aber seit Beginn der Pflegeversicherung (SGB XI) wie eine Pflegeleistung vergütet und somit geringer bezahlt. Das wertet die Altenpflegedienstleistung ab, die ein besseres Image verdient. Der in Fachkreisen anerkannte Jurist Prof. Dr. Thomas Klie prangert diesen Zustand seit Jahren an. Und wenn sich die Demenz eines Menschen verstärkt, könnte auch dieser spezielle Versorgungsaufwand zu einer krankheitsbedingten Leistung der Krankenversicherung zählen. Somit wäre eine Wertschätzung der Altenpflege in finanzieller Hinsicht möglich. Bemängeln doch gerade die dort Tätigen die schwierigen Rahmenbedingungen. Es sind Menschen, die täglich Pflegeverrichtungen durchführen und sich noch nicht einmal „würdevoll“ bezahlt fühlen.

Das Frankfurter Programm Würde im Alter nimmt seit 2019 verstärkt ältere Menschen mit psychischen und gerontopsychiatrischen Erkrankungen in den Blick und schenkt auch Aspekten von Gewaltprävention und Palliativversorgung in Pflegeheimen besondere Aufmerksamkeit. Dass diese Themen aufgegriffen und benannt wurden zeigt, wie schwierig es ist und schon immer war, für Menschen mit krankheitsbedingten Besonderheiten Teilhabe zu ermöglichen. Uns stellt sich die Frage, was die Gesellschaft und die Stadtgesellschaft langfristig leisten wollen, um die Würde pflegebedürftiger Menschen zu wahren. Wer fängt Personen auf, die von der Leistungsgesellschaft – etwa wegen Pflegebedürftigkeit – ausgeschlossen werden und bis zum Tod in dieser Gesellschaft leben? Die Sozialsysteme sind hier in der Pflicht sowie der Wohlfahrtsstaat. Darüber müssen wir alle miteinander sprechen, zumal sich unsere Gesellschaft in Richtung eines langen Lebens bewegt.

 

Angela Schwörer

 

 

 

 

 


Autorin: Angela Schwörer – Team Altenzentrum Santa Teresa Caritasverband e. V.

 
 
 
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